Phalaenopsis, meine Leidenschaft.....
Phalaenopsis, meine Leidenschaft.....

Ist das Beste gut genug?

Jemand, der gerade mit Orchideen anfängt bzw. seine erste Orchidee geschenkt bekommen hat, möchte natürlich, daß es ihr gut geht und das man lange was von ihr und ihren Blüten hat. Als erstes macht man sich schlau, und genau an dieser Stelle wird man auf verschiedene Elxiriere, Wundertropfen, Sprays und was es mittlerweile nicht noch alles auf dem Markt gibt, hin gewiesen. Bestes Wachstum und Blühergebnisse werden einem versprochen und das es ohne diese speziellen Aufbaukuren und Tröpfchen der Pflanze "an allem fehlt".

 

Sogar spezielle Blattpflegetücher gibt es mittlerweise und vor "speziell" aufbereitetes Substrat wird nicht Halt gemacht. Anfänger sind die Zielkundschaft schlechthin und ich möchte nicht wissen, was noch alles auf den Markt kommt, um seinen Orchideen das beste und recht teure Wunderzeugs unter zu jubeln.

 

Es mag nicht schlecht sein, aber Wunder kann bzw. sollte man nicht erwarten, denn das wichtigste überhaupt ist, sich grundlegend mit der Kultur einer Orchidee auseinander zu setzen. Dann wird man bald merken, das homöopathische Wundertröpfchen, Lebenselixiere, Supersubstrate nicht das A und O einer erfolgreichen Orchideenkultur ist und ein Grundwissen über die jeweilige Gattung unverzichtbar ist.

 

Diese ganzen Mittelchen schaden einer Orchidee zwar nicht, aber helfen tun sie auch nicht wirklich, auch wenn dies in Werbungen immer so schön gezeigt wird.

Zu Blattglanzsprays und Pflegetücher........

Dies hier ist meine "Küchenphalaenopsis", welche die Kochdünste immer schön ungewollt abbekommt. Auf ihren Blättern haben sich Kochdunstfette abgelegt. Man merkt bzw fühlt es an den Blättern, da sie ganz leicht klebrig erscheinen.

Hinzu kommt der gemeine Hausstaub.

Jetzt würde ich mir, wenn ich es nicht anders wüßte, ein Blattglanzspray kaufen. Es steht ja drauf "für gesunde, glänzende Blätter, befreit von Staub" oder so ähnlich.

Man soll die Blätter von oben und unten mit diesem Blattglanzspray einsprühen. Und genau das ist falsch, denn dadurch, daß ein feiner Staubfilm auf den Blättern verweilt, wird dieser durch diesen Sprayfilm erst recht ans Blatt gedrückt. Die winzigen Poren können so absolut nicht mehr atmen und das Blatt erstickt förmlich.

 

Auch halte ich diese neuen Orchideenblattpflegetücher für Orchideen nicht lebensnotwendig.

Wer sich allerdings keine große Mühe mit Orchideen machen möchte und es schnell gehn soll, für den sind diese Tücher natürlich klasse.

Das beste und günstigste Pflegetuch/Blattglanzspray ist und bleibt für mich das beliebte Microfasertuch. Dazu nehme ich ein sauberes, noch nicht benutztes Microfasertuch welches ich sehr gut mit weichem, reinem Wasser anfeuchte.

Mit einer Hand halte ich von unten her das Blatt für den nötigen Gegendruck und von oben wische ich mit etwas mehr Druck vom Blattansatz in Richtung Blattspitze.

 

Die Blätter halten ein etwas kräftigeres wischen aus und die Microfasern nehmen wunderbar Staub und Fettrückstände auf. Bitte nie einfach nur rubbeln, sondern von der einen Seite zur anderen Seite vorarbeiten.

 

Das selbe macht man dann umgekehrt von unten. Dort setzt sich aber lange nicht soviel Staub/Fett ab, wie auf der Oberseite.

Zur Veranschaulichung habe ich hier mal mitten im Blatt angefangen und dort sieht man schon einen krassen Unterschied.

 

Auch wer daheim raucht, tut seinen Pflanzen nichts gutes, denn auf den Blättern legt sich mit der Zeit ein feiner Nikotinfilm ab, der auch die Poren verstopft.

In unserem Haushalt wird nicht geraucht, deshalb habe ich nur Staub und evtl. Fettrückstände auf dem Blattwerk.

 

Es ist wirklich ratsam, sobald man sieht, daß die Blätter stumpf wirken, ihnen mit Hilfe eines gut angefeuchteten Microfasertuches wieder zum atmen verhilft. Sie danken es einem mit wunderbarem Glanz- ganz ohne Pflegetücher oder Sprays..............

Links unten die Blattecke, angefangen in Daumenhöhe, habe ich schon von Fett/Staubablagerungen befreit. Durch starke Beleuchtung auf das Blatt sieht man erst, was sich eigentlich im Laufe der Wochen für ein Film auf den Blättern meiner "Küchenorchidee" absetzt. Die Fasern meines feuchten Tuches nehmen dies alles schonend auf. 

Man stelle sich jetzt vor, wenn man auf diesen Fettfilm ein Blattglanzspray sprüht............stimmt, das Blatt glänzt dann wie Glas, aber die Poren haben keine Chance mehr zum atmen.

Auch Phalaenopsen, die nur ein bis zwei neue Blätter alle 2 oder 3 Jahre machen, sprich nur sehr langsam wachsen, wirken von den Blättern her matt-glanzlos. Nur wenn die Phal. wirklich immer schön fleißig wächst und neue Blätter macht, wirken diese immer glanzvoll.

Ich werde sehr oft gefragt, wie ich die Blätter so glänzend bekomme. Ich mache eigentlich gar nichts, denn es wachsen immer neue Blätter nach, die von Natur aus glänzen, halt neu sind.

Und ab und an gönne ich ihnen eine Microfasertuchwellness............

Diese Phalaenopsis hängt in meinem Wohnzimmer. Sie macht jedes Jahr 2 neue Blätter, welche von sich aus schon glänzen. Staubablagerungen entferne ich lediglich mit einem feuchten Microfasertuch. Die Pflanze wirkt immer gesund und kräftig.

Zu Orchideenelixieren und behandeltes Substrat.....

Diese Hybride habe ich schon ein paar Jahre und seither hat sie noch kein Orchideendüngestäbchen oder ein Orchideenelixier gesehn, welche wie eine Ampulle oben aufgeschnitten werden, um dann kopfüber ins Substrat zu stecken.

Wer sich mit der Pflege der Orchidee ein wenig auseinander setzt, sein Gießverhalten orchideengerecht einsetzt und handelt, wenn er sieht, daß es ihr anfängt, nicht gut zugehen, bekommt als Dank solch ein üppiges Resultat.

Dem bedarf es nur etwas Aufmerksamkeit und die kostet nichts.

Eine Phalaenopsis, die von Grund auf richtig gepflegt wird, bekommt oft Rispen, die sich verzweigen (Seitentriebe, siehe rote Pfeile).

Sobald man sieht, daß eine Phalaenopsis eine Rispe aus der Blattachsel wachsen läßt, empfehle ich, sie phosphatbetonter zu düngen. Diesen Dünger erkennt man an der N-P-K Kennung, der als Zahlenkombi mit angegeben ist. Der P Wert (für Phosphat) muß dann der höchste sein. 

Für solch eine Blütenpracht reichen regelmäßige, schwach dosierte Düngergaben mit einem erhöhten Phosphatanteil

Von diesen Orchideendüngestäbchen halte ich persönlich nichts, denn es ist hoch konzentrierter Dünger, der über viele Wochen frei gesetzt wird. Um das Stäbchen herum ist die Konzentration so hoch, daß einem die empfindlichen Phal.wurzeln buchstäblich verbrennen. Auch sieht so ein sich langsam auflösendes Stäbchen sehr unasehnlich aus,denn es wird richtig schmierig.

 

Das Verwenden von Düngestäbchen ist eigentlich unsinnig, da diese Stäbchen nicht in feiner Blumenerde stecken, sondern in grobem Rindensubstrat. Eine gleichmäßige Düngeverteilung im ganzen Topf ist unmöglich.

Die beste Düngung erfolgt immer noch durch das Gießen bzw tauchen des Pflanztopfes in einer kleinen Wasserwanne mit leicht aufgedüngtem Wasser.

 

Sehr wichtig ist auch: Weniger ist oftmals mehr! Dies gilt insbesondere für die Nährstoffe, die eine Phal. benötigt.

Ich kann ihr eine Orchideenelixierampulle in den Topf stecken, gleichzeitig noch 2 Düngerstäbchen und weil es so schön ist, sie mit Blattglanzspray vollnebeln.

 

Und dann wundere ich mich tatsächlich, daß sie mir eingeht..................dabei habe ich nur das Beste für sie gewollt...............

 

Phal. Fantasy Musick

Eine Phalaenopsis sollte in guter Pinienrinde und evtl. ein paar wenigen Zuschlagstoffen wie Perlite, gebranntem Tongranulat und Sphagnumflöckchen sitzen.

 

Es geht aber auch bestens pur in Pinienrinde. Immer häufiger wird "besonders" angereicherte Pinienrinde angeboten mit irgendwelchen Zusätzen, die für besonderes Wachstum der Pflanze sorgen sollen.

 

Und hier wären wir wieder an dem Punkt, daß wer sich nicht genügend mit den Kulturbedürfnissen einer Orchidee auseinander setzt, sie selbst in vergoldetem Substrat nicht zu Blatt und Wurzelfülle bekommt.

 

Auch komplett vorgedüngte Substrate können für empfindliche Wurzeln ganz schnell das Aus  bedeuten!

Phal. lueddemanniana mit 22 Blüten. Nur ganz leichte, ausgewogene Düngung und genug Licht...........mehr braucht sie fast nicht.

Mit Erschrecken lese ich immer öfters von speziellen Pulvern, Tropfen und sonstigen Aufbaukuren, die ins Gießwasser untergemischt werden. Man kann es sich auch sehr einfach machen und auf so etwas vertrauen.

Das wäre so, als hätte ich eine Erkältung und werf mir ein paar Erkältungspillen ein oder nehme 20 Tropfen Erkältungssaft.

Besser jedoch ist es, zu zusehen, eine von Grund auf kräftige Pflanze zu haben, denn sie hat ihr eigenes Immunsystem und kann sich sehr gut selbst schützen. Von daher ist die richtige Kultur das Ausschlaggebende, nicht diese hochgepriesenen, teilweise sehr teuren Pülverchen und Tröpfchen.

 

Aber auch hier versetzt der Glaube natürlich Berge und wer an solche Sachen glaubt, bei dem wächst natürlich auch gleich alles viel besser...............man muß nur genau hinsehen :))

 

Meine Orchideen

Auf diesen Seiten möchte ich  Orchideenneulingen und Begeisterten einen kleinen Einblick in mein leidenschaftliches Hobby geben und sie an die als "schwer kultivierbar", verrufenen Pflanzen heranführen.

Viele sehen die Phalaenopsis nicht nur als "Einmalblüher" an und möchten ihr auch weiterhin eine gute Pflege zukommen lassen.

Aus gutem Grund lasse ich weitestgehend Fachbegriffe weg und bombardiere Anfänger und Interessierte nicht mit Dingen wie "wieviele Arten/Gattungen es gibt", "Wo die jeweilige Art/Gattung ursprünglich beheimatet ist", denn am wichtigsten und wesentlichsten ist doch, daß es unseren "Lieblingen" auf der heimatlichen Fensterbank gut geht.

Tauchen Sie ein in mein leidenschaftliches Hobby und profitieren Sie von meinen Erfahrungen.

Diese Homepage erweitere ich kontinuirlich, immer mal wieder reinschaun lohnt sich!

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