Viele haben solch ein Orchideenfenster, wo es gesittet zugeht. Es ist schön bestückt mit blühenden Phalaenopsen aus dem Baumarkt oder Gartencenter. Diese Multihybriden sind hervorragend an das Leben auf der hiesigen Wohnzimmerfensterbank angepasst und wurden auf Pflegeleichtigkeit hingezüchtet.
Dann gibt es so Leute wie mich, die sich auf Naturformen und Primärhybriden spezialisiert haben und ein ganzes Zimmer damit vollstopfen.
Diese Phalaenopsen begnügen sich nicht mit der hiesigen Wohnzimmerfesterbank und bedürfen einiger Pflege mehr.
Teilweise sind manche Naturformen/Primärhybriden richtige Mimosen und brauchen eine erfahrene Hand.
Meine mittlerweile ca. 420 Orchideen sind mit uns umgezogen und ich kann nur sagen, es war Wahnsinn. Erst beim Umzug wurde mir so richtig bewußt, wieviele Orchideen ich eigentlich habe und ich weiß nicht, wie oft ich sie in dieser Zeit in der Hand hatte, weil sie von A nach B gestellt werden mußten.
Meine alte Konstruktion, wie ich sie im Orchideenzimmer hatte, konnte ich leider nicht übernehmen und was neues mußte her. Eigentlich nur durch puren Zufall entstand die freistehende Regalkonstruktion, welche aus 12 Wandanlehnregalen besteht.
Diesen Zufall habe ich meinem Mann zu verdanken, der sich fast mehr Gedanken um eine gescheite Unterbringung für die Orchideen machte als ich es schon tat.
Die kommenden Bilder sollen ein wenig den fast zweitägigen Aufbau der Regalreihe zeigen. Wie wir die einzelnen zerlegten Regale zusammengeschraubt haben, habe ich jetzt nicht extra dokumentiert.
Kurz bevor es dunkel wurde, stand die geniale Idee meines Mannes in Form einer herrlichen Regalreihe, die noch viel mehr Orchideen aufnehmen könnte, als ich habe.
Da es wieder ein sehr anstrengender und zugleich sehr aufregender Tag war (es ging schließlich um meine Orchideen), ließen wir es für diesen Tag auch gut sein und die Ablagen wurden erst am nächsten Tag gefüllt, nachdem ich sie ausgewaschen hatte.
So sah es aus, als es fertig bestückt war. Aber etwas ganz entscheidendes fehlt noch.......das Licht! So hell das Ganze auch gerade wirkt, so dunkel sind die Wintermonate. Den Multihybriden, die direkt auf dem Fensterbrett stehn, lassen sich die dunkle Jahreszeit ja noch gefallen. Nicht so die bei weitem pflegeintensiveren Naturformen und Primärhybriden, die den Großteil meiner Sammlung ausmachen.
Mein Mann hatte aber schon eine Idee, die er Tage drauf auch verwirklichte.
Mein Arbeitsbereich zum tauchen, versorgen, umtopfen etc. besteht aus 2 zweckentfremdeten Wickelkommoden. Die Wickelauflagen haben wir einfach weggelassen und eine knapp 1,8 m lange Arbeitsplatte drauf verschraubt. So finden in der Kommode Töpfe und Hobbyutensilien ihren Platz und alles ist schön verstaut.
Mein Phalaenopsis- Babyaufzuchtregal ist auch fertig geworden und die ersten selbst gekreuzten Phalaenopsissämlinge sind in ihre Minigewächshäuser eingezogen. Unter jedem Regalboden ist eine Lichtleiste mit T5 Leuchtstoffrohren angebracht (mit Reflektoren), da sie unter anderem auch viel Licht benötigen, um gut zu gedeihen. Von der Luftfeuchtigkeit mal ganz abgesehn. Darum sind solche Minigewächshäuser für relativ trockene Wohungen zur Aufzucht von Orchideen ein Muss.
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