Phalaenopsis, meine Leidenschaft.....
             Phalaenopsis,             meine Leidenschaft..... 

Welches Licht ist am besten für meine Orchideen?

Eins vorweg:

Alles hier in dieser Rubrik Geschriebene sind eigene Erfahrungen, die ich nur weiter gebe. Es gibt richtig professionelles Licht und das Angebot ist weit gefächert.

Ich habe mich für die folgende Ausführung entschieden, da ich weder das nötige Kleingeld für die Anschaffung, noch die daraus entstehenden hohen Stromkosten habe.

Diese Seite ist für den "Hausgebrauch" gedacht und ich habe für mich ein gutes Maß heraus gefunden, womit auch meine Orchideen sehr gut zurecht kommen.

Die Röhren und Lampen, die in großen Gewächshäusern anzutreffen sind, sind in keinster weise mit meinen paar Röhren zu vergleichen. Dies bitte ich, zu beachten.

 

Bevor ich hier eigene (positive) Erfahrungen weitergebe, vergehen mitunter Jahre. Man kann nie schon nach 3 Wochen oder 3 Monaten von Erfahrungen sprechen, egal ob man ein neues Substrat ausprobiert oder einen neuen Pflanztopf.

Nach dem ersten Jahr wird eine Zwischenbilanz gemacht, ob man abbrechen will, oder es weiterlaufen lassen möchte.

 

Sieht man positives Wachstum, macht man weiter und beobachtet die Entwicklung. Erst einige Zeit drauf kann man von einer positiven oder negativen Erfahrung sprechen und diese gebe ich hier dann auch gerne weiter.

 

Es geht nichts über einen schönen hellen Fensterplatz mit natürlichem einfallenden Licht. Je heller ein Fenster ist, desto besser. Bei zuviel Sonne, vorallem ab Mittag sollte unbedingt schattiert werden, um Sonnenbrand auf den Blättern zu vermeiden. Südfenster sind nur geeignet, wenn schon ab dem frühen Frühjahr schattiert wird.

Orchideen mögen keinen Regal,-Wohnzimmerschrankplatz, der auch noch über 2 bis 3 Meter von der Lichtquelle entfernt ist.

 

Eine Orchidee mag sich noch so gut als Blickfang in einer Ecke eines Zimmers machen, aber eine Freude macht man ihr auf Dauer nicht damit. Sie verkümmert langsam, was sich auch sehr im Blattwuchs bemerkbar macht. Nicht zuletzt mag sie auch gar nicht mehr blühen, weil einfach das nötige Licht fehlt.

Licht heißt Leben!

Damit Phalaenopsen immer wieder üppig zur Blüte kommen, brauchen sie einfach ein gutes Maß an Licht. Die Fensterbank ist der beste Platz dafür. Schattiert muß werden, wenn die Sonne ab mittags rein scheint (Südfenster).

Es gibt allerdings auch ein paar Ausnahmen an Phalaenopsen, die es gar nicht so hell mögen. Darunter fallen z.B. die Naturform Phal. modesta und Phal. mariae.

 

 

 

 

Auch die Hybride Phalaenopsis Mini Mark, eine sehr beliebte Hybride, die mit weißen kleinen sternförmigen Blüten aufwartet, mag keinen Fensterbankplatz und wenn, dann nur sehr gut schattiert, sofern die Sonne rein scheint. Diese Hybride reagiert sehr schnell auf Sonnenstrahlen und eh man sich versieht, hat sie dicke Sonnebrandflecken auf ihren Blättern.

Diese Hybride kann man meines erachtens gut bis zu einem Abstand von 1,5 Metern vom Fenster entfernt hinstellen bzw. hängen. Aber nicht in die dunkle Ecke neben dem Fenster.

Phal. Mini Mark, eine immer beliebter werdende kleinblütige Hybride

Wer mehr Orchideen hat, als auf der Fensterbank Platz ist, muß zwangsläufig anbauen, so wie ich es gemacht habe. Ein Pflanzenregal kann man überall im Zimmer aufstellen, wenn es denn mit Zusatzlicht ausgestattet ist. Man ist somit nicht mehr auf das Tageslicht angewiesen, welches durch das Fenster reinkommt.

 

WICHTIG:

Was für unser menschliches Auge noch als hell genug empfunden wird, kann für die Orchidee schon zu dunkel sein. Bemerkbar macht es sich, wenn die Phalaenopsis einfach nicht gedeihen will und kaum wächst.

Anhand einiger Bilder zeige ich mal auf, wie ich es für die "dunklere" Seite des Zimmers mit dem Zusatzlicht gestalte.

In meinem Sämlingsaufzuchtregal muß ich mit Zusatzlicht arbeiten, denn sonst würden die Sämlinge vor sich hinkümmern und nicht richtig wachsen. Das nötige Wachstumslicht übernimmt hier eine lange Lichtleiste mit einer T5 LSR mit der Lichtfarbe 865.

Mit ihr mache ich bis jetzt sehr gute Erfahrung, selbst bei den großen Phalaenopsen. Sie bilden Rispen, Knospen und blühen auch schön unter diesem Kunstlicht.

Es ist ein Tageslichtweiss.

Verwendet werden 21 Watt LSR mit einer jeweiligen Länge von 84 cm. Je länger die Röhren sind, desto höher ist ihre Wattzahl.

Durch die Schwalbenschwanz-Reflektoren erhöhe ich die Lichtausbeute nochmal um gute 50%. So geht nicht soviel Licht einfach in den Raum sondern explizit dahin, wo ich es haben will. Aber Achtung, bitte immer auf die Länge der LSR achten und beim evtl. Kauf von Reflektoren die Länge dieser dann mit einkalkulieren. Es gibt auch Reflektoren in verschiedenen Längen! Es sollte aber links und rechts der Röhre noch soviel Platz sein, daß man die Röhren ohne weiteres ein und ausdrehen kann.

Die Lichtleiste mit LSR (Leuchtstoffröhre), die auch einen separaten Ein und Aus Schalter hat, habe ich aus einem Elektrofachmarkt.

Das schöne an diesen Lichtleisten ist, daß ich sie nahtlos aneinander stecken kann. So brauche ich nicht für jede Lichtleiste ein Kabel. dennoch kann ich jede leiste individuell an oder auch ausschalten.

Ich habe keine Ahnung, wieviele Lichtleistenhersteller es gibt. Ich nehme halt die, die mir angeboten wurde. Solche Lichtleisten mit Leuchtmittel haben normalerweise einen milchigen Plastikschutz. Auf diesen verzichte ich aber, damit ich die Reflektoren noch unter die LSR geklemmt bekomme. An die Röhren kommt kein Wasser etc. Auch hängen sie hoch genung, daß ich sie nicht aus Versehen zum platzen bringen würde.

 

 

 

Die Leisten habe ich jeden Tag im 10 Stundenbetrieb an. Dazu habe ich mir eine Zeitschaltuhr eingestellt.

Insgesamt brennen bei mir 11 Leuchten à 21 Watt am Tag. Wenn es sonnig ist, mache ich die vorderen 4 ab Mittag aus, denn dann scheint die Sonne rein (habe das große Fenster schattiert, da Südfenster) und ich brauche diese Leisten nicht.

Da ich das Zusatzlicht auch im Winter kontinuirlich in Betrieb habe, kann man von "Durchkultivierung" reden. Die Phalaenopsen wachsen auch im Winter und bilden ihre Blütentriebe aus.

Kultivierung dank des Zusatzlichtes das ganze Jahr hindurch. Diese Phals. brauchen nicht die dunkle Jahreszeit zu fürchten und auf den nächsten Frühling zu hoffen.

 

 

Vorausgesetzt, wie groß oder klein die Pflanzen sind, lasse ich die dicken Styroplatten als Auflagefläche drin, oder kann sie bei Nichtgebrauch auch entfernen. So passen dann größere Pflanzen unter die wichtige Lichtquelle. Das super schöne an diesem Holzregal mit einverbautem Zusatzlicht ist, daß man das Regal quasi auch in einem dunklen Raum oder der hintersten Zimmerecke aufstellen kann, denn die Orchideen bekommen ihr Licht und gerade mit dieser Lichtfarbe 865 erziele ich nicht nur in der Aufzucht sehr gute Wachstums-und Blühergebnisse.

 

Es hat allerdings einige teure angeblich " besondere" Pflanzenröhren gekostet, um heraus zufinden, welche für mein Empfinden die besten sind. Wie am Anfang dieser Rubrik erwähnt, sind es nur meine eigenen jahrelangen Beobachtungen und Erfahrungen. Ich habe solange ausprobiert und beobachtet, bis ich das für meine Pflanzenschlußendlich richtige Licht gefunden habe.

Der Markt ist mittlerweile übersättigt von sündhaft teuren Pflanzenlichtbirnen/Röhren/LED's, so das der normale Bürger schier überfordert ist und lieber zu einer 20 Euro teuren Birne greift, wo es gutes Pflanzenlicht doch weitaus günstiger gibt. Ich sehe es an meinen Pflanzen, Tag für Tag.

 

Sie mögen nicht schlechter sein und der Glaube versetzt bekanntlich Berge "was teuer ist und so angepriesen wird muß zwangsläufig auch super sein (was auch für einige Pflanzgefäße gilt). Aber warum teuer, wenn es auch günstiger geht?

Man möchte, daß es seinen Pflanzen gut geht, also möchte man auch das Beste für sie. 

Ich habe für meine Bedürfnisse das Beste heraus gefunden und möchte diese Lichtquelle auch nicht mehr missen.

Pro Regalfach reicht eine Röhre, deren Lichtausbeute durch die Reflektoren nochmals um 50% verstärkt wird. Die Lebensleuchtdauer einer T5 Röhre ist beachtlich und ich muß keine 100 Watt Röhren installieren, 21 Watt tun es auch, wie man sieht.

Die Wattzahl richtet sich nach der Länge der Röhre. Erst das Regal ausmessen, dann die Röhrenlänge bestimmen.

Vorher/Nachherbilder....ich liebe sowas!

Es gibt nichts schöneres in meinem Hobby für mich, wenn ich Vorher/Nachherbilder miteinander vergleichen kann. Wie wächst die Pflanze, um wieviel ist sie in der Größe gewachsen in dem und dem Zeitraum u.s.w.

Einen ganz tollen Vergleich habe ich hier mit Sämlingen, welche ich Mitte Juli 2019 entflascht habe. Sie saßen in 7er Vierecktöpfchen, in Sphagnum direkt unter der "Röhre" (wo sie auch jetzt noch wachsen und gedeihen).

 

In diese Zimmerecke kommt kaum richtig Tageslicht hin, ohne Licht wäre es bei weitem selbst für Farn viel zu dunkel. Diese Sämlinge werden also komplett nur unter Kunstlicht kultiviert.

So sahen sie Mitte Juli 2019 aus:

Phal-Sämlinge kultiviert unter Kunstlicht (10 Std./Tag)

Und so sehen sie Mitte April 2020 aus (zwischenzeitlich mußte ich etliche in größere Töpfchen umsetzen):

Phal.-Sämlinge unter Kunstlicht kultiviert nach 9 Monaten

Sämlingsaufzucht nur unter Kunstlicht..........

Einblick aus 3 verschiedenen Zeiten:

04.06.20 frisch entflascht

Am 04.06. habe ich die frisch entflaschten Sämlinge in Sphagnum getopft, gut gewässert und ins große Minigewächshaus gesetzt, in welches ich vorher eine Drainage aus ganz kleinen gebrannten Tonkügelchen gemacht habe, damit sich überschüssiges Wasser darin sammeln kann.

25.07.20, fast 2 Monate permanent unter Kunstlicht

In nicht einmal 2 Monaten sind sie richtig "geschossen". Kontinuirlich 10 Stunden Licht am Tag, gleichbleibende hohe Luftfeuchtigkeit und angenehme 23 Grad lassen sie wunderbar wachsen.

11.10.20, nach 4 Monaten unter Kunstlicht

Die Kleinen machen sich richtig gut, und das nur unter den Leuchtstoffröhren t5 mit der Lichtfarbe 865!

Ich habe den Deckel immer nur zum fotografieren abgenommen! Er ist sonst permanent auf der Schale. Bei diesen Sämlingen habe ich bisher keinen Verlust gehabt.

Dies sind für mich Erfahrungswerte, wenn ich sehe, daß es klappt. Es ist nicht nur ein "glauben", daß es so funktionieren könnte, sondern es ist was handfestes, etwas sichtbares.

 

Eine Sämlingsaufzucht, je nachdem, um welche Kreuzungen es sich handelt, ist nicht ganz ohne und nicht Wenige, die frustriert vorzeitg aufgegeben haben, weil sie von Anfang an schon was falsch gemacht haben.

 

Als ich mit Sämlingen anfing, habe ich mir 3 billige Flaschen auf einer Verkaufsplattform ersteigert und ausprobiert, was das Zeug hielt. Etliche Sämlinge sind kaputt gegangen, aber nur durch eigene Erfahrung und sehr viel Ehrgeiz wird man klug und macht es dann besser.

 

Erst als ich in den Erfahrungen reifte, fing ich an, selbst zu kreuzen. Nach vielen Jahren habe ich die für mich beste Lösung für die Aufzucht gefunden und werde es auch nicht mehr anders machen.

Phalaenopsis Sämling

Es gefällt ihnen sichtlich unter der Leuchtstoffröhre.

Das Schöne an dem Kunstlicht ist, daß man das Pflanzenregal wirklich in der dunkelsten Zimmerecke stehen haben kann. Man ist nicht auf das Fensterbrett angewiesen.

Die Sämlinge haben alle richtig schön feste, dicke Blätter und ein sattes grün. Im ersten halben Jahr dünge ich gar nicht und wenn ich sehe, daß sie auch ohne zusätzliche Düngung richtig gut wachsen, lasse ich es sein.

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