Phalaenopsis, meine Leidenschaft.....
             Phalaenopsis,             meine Leidenschaft..... 

Welches Orchideensubstrat ist das Beste?

Es gibt soviele Orchideensubstrate, daß man, gerade als Orchideenneuling hoffnungslos überfordert ist. Von ganz günstig bis hin zu sehr teuer ist die Auswahl breit gefächert.

 

Beim Preis spiegelt sich allerdings auch die Qualität des Substrates wieder. Wer das Billigste kauft, wird auch oft das Billigste bekommen, wo sehr viele Fein-und Kleinteile drin enthalten sind.

Viele Bestandteile sind zu fein und das Subtrat eigentlich von Anfang an viel zu dicht. Eine Wurzel muß im Topf atmen können, und dies kann sie meist nicht, da sie dicht von Substrat umschlossen ist. Wer in der Kultur von Orchideen noch unbedarft ist, kann nur sehr schlecht abschätzen, wann eine Orchidee wieder Wasser braucht.

 

Das Resultat ist, daß das Substrat viel zulange braucht, um ab zutrocknen und die Wurzeln faulen einem nur so weg. So hat man am falschen Ende gespart und wenn man Pech hat, kann man die ganze Pflanze weg werfen. Natürlich gibt es auch Leute, die sehr wohl mit solchen Substraten zurecht kommen. Sie haben sehr oft eine sehr trockene Wohnungsluft und sind dankbar, daß das Substrat nicht innerhalb von 4-7 Tagen abgetrocknet ist.

 

Im Endeffekt muß es jeder für sich austesten und nach einer Zeit wird er feststellen, ob es gut ist oder eben nicht. Ich würde nie jemandem reinreden und vorschreiben, welches Substrat er zu nehmen hat.

 

Sehr gute, fertig gemischte Orchideensubstrate gibt es aber auch bei Orchideenzüchtern, die auch verschicken.

 

Ich "arbeite" mit 4 verschiedenen Pinienrindengrößen als Grundzutat für mein Substrat, da ich auch ganz kleine Töpfchen bepflanze, die nur einen Durchmesser von 5 cm haben. Da käme ich mit großen Rindenstücken nicht weit.

Welches Substrat ich bevorzuge.....

Mein Leitsatz lautet: "Nur was ich sehr gut auf Anhieb erkenne, ist für mich gutes Substrat"

 

Wenn ich erst einmal überlegen muß, was da jetzt alles zusammen gemischt wurde, lasse ich es schon. Auch wenn es teilweise so fein ist, daß ich es nicht erkennen kann, möchte ich es auch nicht haben.

Es hat sehr sehr lange gedauert, bis ich für mich die beste Mischung hatte, denn ich mische seit langem mein Substrat selber. So weiß ich auch, was drin ist und konnte es für meine Bedürfnisse und die meiner Pflanzen optimieren.

Da ich sehr unterschiedlich große/kleine Orchideen habe, die in verschiedenst großen/kleinen Töpfen sitzen, habe ich 3 verschiedene Mischungen.

In meinem selbst gemischten Substrat gibt es nur sehr wenige Komponenten:

- hochwertige Pinienrindenstückchen

- Seramis Tongranulat (das grobe) oder Perlite

- Holzkohle

- Kokoschips

Je nachdem, welche Topfgröße ich bepflanze, fällt das Substrat grober oder feiner aus.

 

Unter anderem gebe ich meiner Mischung noch tonsaures Kalkpulver bei.

 

Die einzigen Phalaenopsen, die bei mir nur reine Pinienrindenstücke bekommen, ist die Naturform gigantea und deren direkte Hybriden.

Im oberen Bild ist die Mischung mittelgrobe Pinienrinde mit grobem Seramisgranulat.

Je größer der zu bepflanzende Topf ist, desto grober sollte das Substrat sein.

Sehr feines Substrat für kleine Töpfchen und für Orchideen, die es dauerfeucht brauchen wie zb. Dendrobien (bei manchen Arten muß die Winterruhe unbedingt berücksichtigt werden (Trockenperiode)).

Grobes Substrat für größere Töpfe, gemischt unter anderem mit Kokoschips, um die Feuchtigkeit länger zu halten.

Es gibt soviele Mischungen, daß man manchmal gar nicht weiß, was für ihn, bzw. seine Pflanzen, am geeignetsten wäre. Es gibt aber weitaus mehr Substratkomponenten als hier gezeigt.

 

Ich benutze nur "Zutaten" natürlichen Ursprungs.

Klar sind diese bunten Steinchen schön anzusehen oder diese pastellfarbenen Wassergelkügelchen, dennoch bleibe ich lieber bei der Natur.

Jede Substratzutat im Bild hat seine eigenen Eigenschaften wie Luftdurchlässigkeit (sehr wichtig) oder auch Wasserspeicherung.

Orchideenwurzeln wollen atmen denn ursprünglich kennen sie gar keine Töpfe und Substrat.

 

Das Mischungsverhältnis bestimmt man selbst, denn man weiß, wie hoch oder niedrig die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung ist oder ob man mit dem wässern nicht hinterher kommt.

Man darf aber nie außer acht lassen, daß die Temperaturen im Winter auf der Fensterbank eine andere ist als in den Sommermonaten.

Was im Sommer ratzfatz abgetrocknet ist braucht im Winter weitaus länger!

 

 

So locker sollte es in jedem Topf sein. Die Wurzeln bekommen genug Luft und es kann schön im Topf zirkulieren. Man sieht keine Feinstteile, die der Wurzel diese Zierkulation nehmen könnte, was sie schnell faulen läßt.

Leider kann ich kein Foto zeigen, wie es in einem Pflanztopf NICHT aussehen sollte.

Aber ich denke, ich habe gut zeigen können, was Phalaenopsis-Wurzeln wollen um gesund wachsen zu können um die Pflanze gedeihen zu lassen.

Auch ich entwickle mich, was Orchideen angeht, immer weiter, probiere Neues aus, vorallem was das Substrat angeht.

Korkrindenstücke sind mittlerweile so sehr teuer geworden und es werden nur noch Restbestände angeboten.

Auch die groben gebrannten Tonstückchen sind im Preis ganz schön angezogen nach der Devise "verkauft sich gut, also Verteuerung".........

Ich suche nach guten Alternativen, die ich erst ein gutes Jahr ausprobiere und wenn es mir sehr zusagt und mich überzeugt, auch beibehalten wird.

 

In erster Linie muß es aber den Pflanzen gefallen. Ich spreche von meinem Ersatz, den ich mittlerweile anstelle Tongranulat/Korkrindenstücken in Verwendung habe:

Perlite

Es geht um die Beimischung 'Perlite', welche eine hohe Saugleistung hat, genau wie das Tongranulat. 

Auch lässt es sich super im Topf verteilen oder schon vorab mit der Rinde vermischen.

Perlite ist vulkanischen Ursprungs, hat einen neutralen PH-Wert und verbessert die Bodenqualität.

 

Ich bin bisher mit diesem Zuschlagsstoff sehr zufrieden, in der Sämlingsaufzucht sowie in den größeren Töpfen.

Pinienrindenstücke gemischt mit Perlite

Je nachdem, wie hoch oder (sehr) niedrig die Luftfeuchtigkeit ist, kann man etwas weniger oder halt mehr unter die Pinienrinde mischen. Mehr als 30% sollte es aber nicht sein, da dann der Topf schon wieder zu lange braucht, um abzutropfen.

 

Ich gehe auch oft her, topfe erst neu und lasse dann Perlite über das Substrat reinrieseln, klopfe ein wenig damit es sich schön verteilt.

Der letzte Schrei?...................Kokossubstrat (CHC)

Kokossubstrat

Einige Orchideenlieber berichteten schon, daß dieses Substrat aus Kokosschale/Fasern für Orchideen wirklich toll sein soll.

Da auch ich mich immer weiter bilde, und schaun mag, was da dran ist, habe ich mir jetzt auch mal solches Substrat gekauft.

Es ist eine große gepresste getrocknete Tafel und braucht laut Anweisung nur in lauwarmen Wasser aufgequellt werden.

 

Aus einer Tafel habe ich ich fast eine Spülschüssel voll Substrat gewonnen. Allerdings ist der Salzgehalt sehr hoch, wowegen ich das komplette Substrat mehrmals in immer wieder frischem Wasser von überschüssigen Salzen "gereinigt" habe.

Ich nehme dieses Kokossubstrat erstmal nur für die Cybidien und versuchsweise für einige meiner ganz kleinen Sämlinge, welche noch in 5er und 7er Töpfchen sitzen, die absolut kein Wachstum zeigen.

So sieht dieses Kokosfasersubstrat aus nächster Nähe aus.

Meine kleinen Versuchskaninchen. Einmal im Monat werde ich jetzt ein Bild machen und so sehe ich auch am besten, ob und was sich getan hat.

Ca. 3 Monate später habe ich diese beiden Sämlinge nochmal fotografiert. Es sind die, welche auf dem Gruppenbild links oben zu sehen sind.

Sie wachsen wunderbar, so wie es soll.

Phalaenopsis Sämling

Dieser Sämling war sehr sehr wachstumsfaul und schaffte es nicht, innerhalb von 2 Jahren mal ein neues Blatt zu machen.

Auch er mußte dran glauben und kam in einen Topf mit Kokossubstrat.

 

Nun schaut sich das einer an!

Ich denke, ich weiß woran es lag, daß sich der Sämling und einige andere, die eher sehr faul waren, was das Wachstum angeht, nicht rührten.

 

 

 

 

Die kleinen Töpfchen trockneten viel zu schnell ab und wenn man eh einen Sämling hat, der in allem mächtig hinterher hängt, bremst man ihn noch zusätzlich ab. Mir fällt bei dem Kokossubstrat sehr auf, daß die Töpfchen etwas länger feucht bleiben als beim normalen Rindensubstrat und dies scheint den wuchsfaulen Sämlingen sehr zu gefallen.

Wurzel eines Sämlings

Wenn man zum Beispiel 50 Sämlinge hat, sind immer ein paar dabei, die einfach nicht richtig wachsen wollen. Was die Geschwister zu gut wachsen, fehlt ihnen einfach. Drum habe ich Probanden zum testen des Kokossubstrates genommen, die absolut nicht in die Puschen kommen.

 

Ich freue mich sehr, daß ich einen tollen Fortschritt sehe und eifriges Wurzelwachstum einsetzt.............

reges Wurzelwachstum
Blattwachstum am Sämling

.........und endlich neue Blätter wachsen.

Während die anderen Sämlinge, die von Anfang an des entflaschens eifrig wuchsen, die Nachzügler stagnierten, holen sie jetzt mit großen Schritten auf.

 

Ich muß dazu sagen, daß diese auch die Kleinsten aus der Flasche waren und von Anfang an keinen guten Start "ins Leben" hatten.

 

 

Ihnen hat es einfach an eine Portion längere Feuchtigkeit im sehr kleinen Töpfchen gefehlt, und wenn es nur 2-3 Tage waren.

 

Das Orchideenhobby ist ein ständiger Lernprozess. Auch wenn ich oft meine, schon recht viel zu wissen, belehre ich mich selbst immer wieder eines Besseren, in dem ich ausprobiere, wenn es nicht so klappen will.

 

Deshalb sage ich immer wieder, daß das beobachten seiner Pflanzen ein wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Orchideenkultur ist.

Nur so kann man aktiv werden und seinen Pflanzen helfen.

grobes Kokossubstrat

Da ich mit den kleinen Sämlingen durchweg sehr gute Erfahrungen sammle, habe ich gröberes Kokossubstrat mittlerweile auch bei größeren Töpfen ausprobiert.

 

Es gibt Pflanzen, die dermaßen stark wurzeln, daß ich aufpassen muß, daß sie mir nicht irgendwo festwurzeln.

 

 

 

 

Anders herum sind auch Pflanzen dabei, deren Wurzeln enorm langsam wachsen und auch nur sehr wenig Wurzelmasse vorweisen.

Gute 4 Wochen ist diese wurzelfaule Phalaenopsis nun in ihrem neuen Substrat aus Kokosnuss und zu meiner Freude scheint es ihr richtig gut zu tun. Sie wurzelt weiter, wo vorher nur müdes Wachstum vorhanden war.

Ich schließe dies nicht auf das Substrat selbst zurück, sondern darauf, daß einfach der Pflanztopf ca. 2 Tage länger feucht bleibt.

Auswaschen des Kokossubstrates

So sieht es bei mir auf der Spüle aus, wenn ich die Blöcke in sehr warmen Wasser einweiche, ca. 6 Stunden durchschwemme, dann in Sieben abtropfen lasse um sie noch einmal für ca. 2 Stunden in klarem, lauwarmen Wasser  durchspüle.

Danach kommt es, sehr gut im Sieb abgetropft, in große flache Schalen, wo ich es schön ausbreite, damit es in den nächsten 2-3 Tagen vollständig durchtrocknen kann um dann "verarbeitet" werden zu können.

 

Feuchtes Kokossubstrat ist, genau so wie feuchtes Rindensubstrat, sehr anhänglich.

Der Pflanztopf einer meiner Cochleanthes Orchideen. So genial wie die Wurzeln das Substrat durchwurzeln.

Sie lieben es feucht und der Topf sollte nicht austrocknen, da dadurch auch die empfindlichen Wurzeln sehr schnell vertrocknen.

Es ist wirklich wunderschön, wenn man sieht, daß sich die Pflanzen wohlfühlen, dabei war das Kokossubstrat nur ein Versuch.

Gleiche Topfseite, 6 Wochen später. Man kann den Wurzeln regelrecht beim wachsen zuschauen.

Auch hier sieht man schön, wie der Topf nach und nach mit neuen und frischen Wurzelspitzen in Beschlag genommen wird.

Ganz wichtig!

Generell würde ich dieses Kokossubstrat auf keinen Fall JEDEM empfehlen!

Für mich ist es absolut klasse weil ich eine sehr trockene Umgebungsluft habe und ab Frühjahr die Temperaturen in meinem "Pflanzenzimmer immer höher werden, so daß ich kaum noch mit wässern nach komme.

 

Wenn es dann im Sommer schon mal um die 35 Grad im Zimmer wird, teilweise noch höher, muß man sich doch schon Gedanken machen, ob man nicht einen Pflanzstoff sucht, der die Feuchtigkeit wenigstens 2-3 Tage länger hält.

Meine Orchideen

Auf diesen Seiten möchte ich  Orchideenneulingen und Begeisterten einen kleinen Einblick in mein leidenschaftliches Hobby geben und sie an die als "schwer kultivierbar", verrufenen Pflanzen heranführen.

Viele sehen die Phalaenopsis nicht nur als "Einmalblüher" an und möchten ihr auch weiterhin eine gute Pflege zukommen lassen.

Aus gutem Grund lasse ich weitestgehend Fachbegriffe weg und bombardiere Anfänger und Interessierte nicht mit Dingen wie "wieviele Arten/Gattungen es gibt", "Wo die jeweilige Art/Gattung ursprünglich beheimatet ist", denn am wichtigsten und wesentlichsten ist doch, daß es unseren "Lieblingen" auf der heimatlichen Fensterbank gut geht.

Tauchen Sie ein in mein leidenschaftliches Hobby und profitieren Sie von meinen Erfahrungen.

Diese Homepage erweitere ich kontinuirlich, immer mal wieder reinschaun lohnt sich!

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