Phalaenopsis, meine Leidenschaft.....
Phalaenopsis, meine Leidenschaft.....

Eine übergossene, falsch gepflegte Phalaenopsis wieder fit machen!

Heute bekam ich eine Tüte mit etwas sehr schwerem drin und den Worten: "Conny, da ist eine Orchidee für Dich, die sollst du bitte wieder aufpäppeln."

 

Mich erwartete ein sehr schwerer Übertopf mit einer völlig überwässerten, aus ihrem Topf hinaus gewachsene, nach Hilfe schreiende Phalaenopsis.

Man sah ihr an, daß sie kämpfte, dem nach Moder und Fäule stinkenden Substrat, welches schon derbe zersetzt war, zu entkommen. 

Sofort sprang mein "Ich helfe- Syndrom" an und nahm mich ihrer an.

Da stand die offene Tüte mit dem Häufchen "rette mich" vor mir und es kam ein modrig-fauliger Geruch entgegen.

Ohne überhaupt weiter zu schauen, wußte ich schon, da hat es jemand viel zu gut mit gießen gemeint und die Pflanze kämpfte ums überleben. Das Wissen um eine stehende Wasserpfütze im Übertopf war gewiss, obwohl ich den Pflanztopf noch gar nicht hoch gehoben hatte.

Alleine schon der Geruch verriet es mir.

 

Nachdem ich den schweren Pflanztopf aus dem Keramikübertopf gewuchtet hatte (das Wasser lief nur so aus dem Pflanztopf), offenbarte sich mir meine sofortige Vermutung:

Die Orchidee stand permanent im Wasser und im Boden des Übertopfes befand sich schon eine dickere Kalkschicht............aber nicht nur dort...............

........auch außen am Pflanztopf "klebte" der Kalk fest und das Substrat, welches in sehr fortgeschrittenem Zersetzungsstadium war, war klatsch nass.

Um mal zu demonstrieren, wie so ein über langem Zeitraum überwässerter Klumpen aussieht, nahm ich mir ein Herz und holte es aus dem Topf. Außer ein paar Überlebenskünstlerwurzeln war alles Matsch und stank auch so.

In dieser Nahaufnahme sieht man sehr gut, was ein Überwässern mit Orchideenwurzeln anrichtet. Ich schreibe extra nicht "anrichten kann", denn die Wurzeln faulen ohne wenn und aber einfach weg, wenn man ständig gießt und nicht weiß, wie Phalaenopsiswurzeln "ticken".

Sie verflüssigen sich einfach und was da raus kommt, riecht alles andere als angenehm.

Um diese Pflanze "zu retten", habe ich kurzen Prozess gemacht und ihr einen ordentlichen Stammschnitt verpasst. Dafür habe ich in den Stammübergang von "verholzt" in "grün" rein geschnitten, aber so, daß der Pflanze noch genügend gute Wurzeln bleiben. Dann entfernte ich die verholzten alten Rispen.

 

Muß man ins Grün schneiden, so empfielt es sich, die Schnittstelle mit Kohlepulver (zb. Rest Grillkohle vom letzten Grillen)zu betupfen.

Auch wird der Topf jetzt 1-2 Tage nicht gewässert, somit kann die "Schnittwunde" schön eintrocknen.

Da sie ihre ganze Kraft dem überleben widmet, ist sie zu schwach für aktive Wurzeln, was man an den inaktiven Wurzelspitzen erkennt.

Keine einzige Wurzel dieser Orchidee ist aktiv.

Das will ich schleunigst ändern. Auch dies gehört zum päppeln einer Orchidee dazu.

Nachdem ich die Phalaenopsis von ihren ganzen Altlasten befreit habe, topfe ich sie in einen größeren Topf, der aber nur bis zur Hälfte mit frischem, neuen Substrat gefüllt ist, damit sie den Topfrand als Stütze für sich nehmen kann und nicht hin und her baumelt.

 

Auch an dem letzten Blattwuchs erkennt man sehr gut, daß sie kraftlos ist und es nicht mehr schaffte, das ihr letztes Blatt eine schöne Größe bekam.

 

Jetzt bleibt sie erstmal eine zeitlang bei mir, damit sie wieder richtig zu Kräften kommt, neue Wurzeln bildet und an ihren alten weiter wächst.

 

Ich denke, sie wird sich sehr gut erholen und wenn ich sie dann wieder abgebe, leiste ich Aufklärungsarbeit, wie eine Phalaenopsis es am liebsten hat und nicht um ihr Überleben kämpfen muß.

 

Wenn es soweit ist, daß sie wieder hübsch da steht und ich sie wieder an ihren Besitzer zurück gebe, werde ich zum Abschluss nochmal ein Bild von ihr machen und es hier einstellen.

Update:

 

Fast genau einen Monat später freue ich mich, daß mein "Adoptivkind" anfängt, a) neu zu wurzeln und b) die inaktiven Wurzeln wieder aktiv ihre Arbeit aufnehmen. Was es braucht, ist Zeit und Geduld.

Neue Wurzeln bahnen sich ihren Weg
Auch im Topf nehmen die vormals inaktiven Wurzeln wieder "an Fahrt" auf, was mich sehr freut.
Rispenbildung

Eine Woche später, nachdem ich neues Wurzelwachstum und Wurzelspitzenwachstum entdeckte, sah ich auch das hier:

Durch die richtige Aufmerksamkeit beginnt sie auch sogleich mit neuem Rispenwachstum, was mich natürlich sehr freut!

Noch ein Rettungskandidat ohne Wurzeln.....

Im Gartenfachmarkt sah ich eine kleinblütige Hybride mit wunderschönen Blüten. Ich nahm sie hoch und sah mir den Pflanztopf an. Ojeh, was ein Desaster, oben hui und unten kaputt.

Da ich aber weiß, wie ich solche Wurzel kaputten Phalaenopsen wieder ans wurzeln bekomme, nahm ich sie mit.

Ich setzte sie samt kaputter Wurzeln in frische Pinienrinde und sprühte jeden Morgen mit 2-3 kurzen Sprühstößen etwas Wasser aufs Substrat.

 

Diese Prozedur dauert viele Wochen, aber es lohnt sich wirklich, denn dadurch, daß ich nur auf das Substrat etwas Wasser gebe, animiere ich die Pflanze dazu, neues Wurzelwerk zu bilden, denn sie will ja unbedingt ans Wasser kommen................der Erfolg kann sich wirklich sehen lassen wie die folgenden 2 Bilder schön verdeutlichen:

Neues Wurzelwachstum bei Phalaenopsis

Die kleine Phalaenopsis hat eine lange Durststrecke hinter sich, bis sie endlich neue Wurzeln macht. Dadurch, daß ich ein bisschen Wasser nur auf die Rinde gegeben habe, die Wurzeln im Topf aber hinüber sind, muß sie neue Wurzeln machen.

Bisher habe ich jede wurzellose Phalaenopsis so gekriegt.

Weil ich sie gerettet habe, bekomme ich als Dank auch noch eine Blütenrispe geschenkt.
Meine Orchideen

Auf diesen Seiten möchte ich  Orchideenneulingen und Begeisterten einen kleinen Einblick in mein leidenschaftliches Hobby geben und sie an die als "schwer kultivierbar", verrufenen Pflanzen heranführen.

Viele sehen die Phalaenopsis nicht nur als "Einmalblüher" an und möchten ihr auch weiterhin eine gute Pflege zukommen lassen.

Aus gutem Grund lasse ich weitestgehend Fachbegriffe weg und bombardiere Anfänger und Interessierte nicht mit Dingen wie "wieviele Arten/Gattungen es gibt", "Wo die jeweilige Art/Gattung ursprünglich beheimatet ist", denn am wichtigsten und wesentlichsten ist doch, daß es unseren "Lieblingen" auf der heimatlichen Fensterbank gut geht.

Tauchen Sie ein in mein leidenschaftliches Hobby und profitieren Sie von meinen Erfahrungen.

Diese Homepage erweitere ich kontinuirlich, immer mal wieder reinschaun lohnt sich!

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