Phalaenopsis, meine Leidenschaft.....
Phalaenopsis, meine Leidenschaft.....

Eine Bestäubung, gar nicht so schwer!

Ihr möchtet es mal ausprobieren und "Bienchen" spielen?

Sehr schön, denn so schwer, wie es auf den ersten Blick aussieht, ist es gar nicht. Was passieren kann ist, daß man vor lauter Nervosität den Pollen verliert, ihn nicht in die "Nase" rein bekommt, oder aber die Blüte, ohne das die Bestäubung geklappt hat, einfach vertrocknet und abfällt.

Oft klappt eine Bestäubung gleich beim ersten Mal und andere widerum verzweifeln, weil aus der Blüte einfach keine Kapsel werden will.

Hier möchte ich in kurzen Schritten erklären, wie so eine Bestäubung vonstatten geht. Es ist einfacher, wie es aussieht!

Das grün eingekreiste, was aussieht wie ein Taubenkopf ist die Pollenkappe, die den Pollen beschützt. Er sitzt gleich darunter wohl behütet. Mit einer spitzen Pinzette zieht man am "Schnabel des Taubenkopfes". Ich erkläre es jetzt mal so, denn wenn ich Fachbegriffe einsetzen würde, würde ich ein Durcheinander reinbringen, denn ich denke, so ists am einfachsten für jeden.

Beim Abzupfen der Pollenkappe ist auch gleich die Pollenkappe abgefallen und ich habe das winzige Pollenpäckchen direkt schon in der Pinzettenspitze. So muß ich den Pollen wenigstens nicht mehr mühsam aus der Kappe entnehmen.

Und damit man gleich mal eine Vorstellung hat, wie klein ein Pollenpäckchen ist, habe ich ein Metermaß als Vergleich mit fotografiert. Neben dem Pollen an der Pinzettenspitze liegt die Pollenkappe, die mir abgefallen war.

Dieser Pollen einer Hybride ist sogar noch groß. Ich habe schon weitaus kleinere Pollen "verarbeitet". Man hält regelrecht die Luft an, wenn man den total winzigen Pollen in die "Nasenöffnung" reinschiebt.

Mit einem sehr feinen, biegsamen Holzstäbchen und dem Pollen an seiner Spitze, bugsiere ich ihn nun ins "Nasenloch" hinein. Wer dabei eine unruhige Hand hat, hat verloren. Es empfiehlt sich auch, die Spitze des Stäbchens feucht zu machen, damit der Pollen dran kleben bleibt, bis er in der Nase ist. Fällt er runter, findet man ihn nicht wieder.

Nach erfolgreichem Luft anhalten habe ich den Pollen jetzt da, wo ich ihn hin haben wollte, nämlich tief in der Nase der Blüte. Keine Angst, der Pollen kann nicht einfach wieder heraus fallen, denn er wird von einer dünnen, klebrigen Substanz in der Nase fest gehalten.

 

Jetzt heißt es, Ruhe zu bewahren und die ersten Anzeichen einer erfolgreichen Befruchtung zu sehen. Die Nase schließt sich innerhalb der ersten ein bis zwei Tage und in den darauffolgenden Tagen verdickt sich der Blütenstiel und die Nase verändert ihr Aussehn. Sie wird dicker und bekommt einen grünen Stich.

 

Ganz wichtig ist es, direkt im Anschluß an die Bestäubung ein Schildchen zu schreiben, auf dem das genaue Bestäubungsdatum vermerkt ist und vorallem, mit WEM bestäubt wurde.

 

Wie sich die Kapsel weiter entwickelt, habe ich in der Rubrik "Eheversuch" schön bebildert formuliert.

Und nun viel Glück mit dem Bienchen spielen.

Keine 3 Tage später hat sich die Nase der Blüte verändert und die Bestäubung ist geglückt. Sehr schön sieht man, wie sich die Nase geschlossen hat und anschwillt. Wenn jetzt alles klappt, wird der dünne Stiel gleich hinter der Blüte immer dicker und grüner und die Blütenblätter trocknen ein.

Jetzt heißt es, zwischen 4 und 6 Monate abwarten welche die Kapsel zum Wachstum und Samenreifung benötigt.

Die bestäubte Blüte habe ich abgemacht, da ich nur mal zeigen wollte, wie eine Bestäubung vonstatten geht.

Beustäubte Phalaenopsisblüte, Kapselbildung

Bei dieser Blüte sieht man herrlich den Unterschied zu einer bestäubten Blüte und einer nicht bestäubten.

Die obere Blüte wurde vor 2 Wochen "beglückt".

Die Kapsel wächst jetzt und der sich bildende Samen reift dann aus.

Meine Orchideen

Auf diesen Seiten möchte ich  Orchideenneulingen und Begeisterten einen kleinen Einblick in mein leidenschaftliches Hobby geben und sie an die als "schwer kultivierbar", verrufenen Pflanzen heranführen.

Viele sehen die Phalaenopsis nicht nur als "Einmalblüher" an und möchten ihr auch weiterhin eine gute Pflege zukommen lassen.

Aus gutem Grund lasse ich weitestgehend Fachbegriffe weg und bombardiere Anfänger und Interessierte nicht mit Dingen wie "wieviele Arten/Gattungen es gibt", "Wo die jeweilige Art/Gattung ursprünglich beheimatet ist", denn am wichtigsten und wesentlichsten ist doch, daß es unseren "Lieblingen" auf der heimatlichen Fensterbank gut geht.

Tauchen Sie ein in mein leidenschaftliches Hobby und profitieren Sie von meinen Erfahrungen.

Diese Homepage erweitere ich kontinuirlich, immer mal wieder reinschaun lohnt sich!

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